Pegida = Paar Erregte gönnen irrlichternde Demokraten aufscheuchen

Alle sehen klar

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Die Politik darf diese Menschen doch nicht allein lassen und muss mit ihnen reden und ihre Ängste und Sorgen aufgreifen. Sagen Politiker, ganz viele Politiker, aus ganz unterschiedlichen Lagern über die Dresdner Pegida-Demonstranten. Ein sächsischer Innenminister trifft Demonstranten, ein SPD-Vorsitzender auch.

Also so wie damals Franz-Josef Strauß beim Stuhlkreis mit besorgten Wackersdorfer Atomkraft-Gegnern, Helmut Schmidt beim konstruktiven Sit-in-Austausch mit besorgten Nachrüstungsgegnern oder Angela Merkel beim Fishbowl-Dialog mit besorgten Gegnern des „Frei“-Handelsabkommens TTIP.

Gabs nicht? Warum nicht? Bei Pegida sehen Politiker mitfühlend echte Sorgen der Demonstranten, bei den anderen sahen und sehen sie die nicht.

Finden sich diese Politiker leichter im ausländerfeindlichen Ressentiment wieder, das Pegida als den billigsten verfügbaren Treibstoff tankt – so unbraun sich die Bewegung auch anpinselt als Kämpfer gegen Islamisten, die Sachsen so heftig heimsuchen wie vereiste Straßen Saudi-Arabien. Aber ganz bestimmt wollen diese Politiker nur – wenn auch ganz bestimmt nur zähneknirschend – verhindern, dass Pedigasten eine selbstbewusste und anständige Zurückweisung der Ressentiments im Stillen beleidigt zum Hass wachsen lassen, der in Rostock gerne Ausländer hätte verbrennen sehen oder sich jetzt in Facebookpostings unter echten Namen mit Tiervergleichen und Schornsteinwünschen auskotzt.

Also reden lassen und anhören, wieviel allgemeinen Frust gegen „die da oben“ Demonstranten mit sich rumschleppen und ihn ganz mutig lieber auf Ausländer als Sündenböcke abschießen. Das wärmt den Bauch zuverlässiger als konkrete Kritikpunkte mit komplizierten Details vorzubringen.
Detailverliebt und reichlich fachmännisch hatten schließlich zuletzt die Piraten bis zur Selbstversenkung um sich gegeißelt – von schamlosem Lobbyismus über mangelnde politische Mitwirkungsmöglichkeiten bis zu den Gefahren digitaler Totalkontrolle. Ergebnis: Das Publikum sprang nicht sofort zu 100 Prozent mit 100-prozentiger Begeisterung an und die Piraten stellten beleidigt fest, dass sich das Durchhaltevermögen des seinerzeit wesentlich heftiger angefeindeten grünen Start-Ups nicht schnell mal aus dem Netz  saugen ließ. Danach beschloss der verbliebene Kreis der Interessierten, der Arbeit an dicken Brettern ein bisschen letzten Hype mit Selbstmitleid und Selbstzerfleischung  vorzuziehen.
Also weiterzappen, AfD, auch ein Kandidat für ein bisschen Selbstzerfleischung unter der auf akademisch polierten Antieuro-Hülle. Die Verführung, noch mehr ausländerfeindlichen Ressentiment-Treibstoff beizumischen, wächst. Bei Pegida hat er doch sooooo viel Schubkraft entfaltet, da könnte man doch auch noch ein bisschen mehr und noch ein bisschen und…

In der Zwischenzeit hat sich Pegida erfolgreich zerlegt und der arme sächsische Innenminister weiß bald nicht mehr, wie er die ganzen Gesprächstermine mit den besorgten Demonstrantenfraktionen abarbeiten soll. Und dann kommt ja noch das Dresdener Gedenken an die Bombennacht 1945 mit seinen vielen Demonstrationen. Sicher wird Herr Ulbig dann auch Pfarrer König nicht noch mal Ermittler über Ermittler wegen seines linken Anhangs auf den Hals hetzen, sondern sich mit ihm zusammensetzen und Sorgen besprechen. Ganz sicher.

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