Die Spur der Cover

Ufffff. Kann es nicht mal gut sein? Nur noch Schwallköpfe, Besserwisser, Hysteriker und Möchtegern-Hetzer unterwegs, egal ob es ums mordende Neonazi-Trio geht, Missbrauch des Dresdner Gedenkens, BuPrä-Kandidaten oder gleich noch das versteckte Hetzen im europaakte-Blog… Pause. Musik. Bisschen bei YouTube stöbern. Was da alles an Videos dazugestellt wird… Egal, geht ja nur um die Musik, wie hier bei Jems „They“ Klingt nicht schlecht, ist halt nur nicht echt. Doch, schon echt gesungen, aber halt gezogen, gestohlen und geraubt. Ist aber so ein massiv unverwüstliches Stück Musik, dass es (fast) alles aushält – und mit jedem Instrument ganz neue Seiten zeigt. Wie wärs mit Marimba: So Aufwachen, es geht auch mit mehr Drive (wer das Instrument mag – ab 2:50 zeigt es eine seiner Stärken): Jetzt aber langsam back to the roots, geschrieben wurde es schließlich für ein Saiteninstrument. Also mal hören, wie´s mit Gitarre klingt: Klingt beruhigend. Es steckt aber viel mehr drin. Deshalb zum Original auf dem originalen Instrument, gespielt von einem, den wahrscheinlich kaum jemand damit in Verbindung bringen würde. Keith Jarrett, einer DER modernen Meister an den (Jazz-)Tasten, zeigt jetzt, warum der Komponist schon in jungen Jahren von knickrigen und eher wenig musikbewanderten Kommunalpolitikern mit Spitzengehältern gejagt wurde, die die Städte nie vorher oder nachher jemals wieder zahlten: Dummerweise gilt das Instrument heute als altmodisch und zopfig, so dass man jetzt mühsam nach Klavierversionen suchen muss. Ich bin nicht wirklich erfolgreich gewesen und habe als bisherigen Favoriten zunächst eine mehr entspannte als fetzige Version und als flottere Version und biete deshalb jedem einen Link auf sein Blog, der eine an Jarrett heranreichende Klavierversion bieten kann – aber bitte nicht die Trauermarsch-Versionen, die es vor allem aus weiblichen Fingern gibt – und einen weiteren Link für jede Interpretation einer SIE, die die eigentlich fetzig übers Seufzen siegenden Stücke NICHT in gespielter Sentimentalität ertränkt (ok, eine hab´ ich selber schon gefunden). Der Komponist war weder sentimental noch so humorlos, wie ihn diese ewigen Perückenbilder zeigen. Für mich bleibt er der Typ auf dem Denkmal in Arnstadt (bitte googeln) – und der hätte selbst über diese Version hier schmunzeln können, oder? (@Puristen: bitte nicht anklicken) 😉  😉  😉 In einer YouTube-Doku über die Swingle Singers sagt einer der Beteiligten über den Komponisten den wunderschönen Satz, den ich durch Pseudo-Übersetzung nicht entstellen will: „You can approach that music at so many ways that it is simply mind-boggling – a mystery.“ Wollen oder müssen wir jetzt wieder in die Welt der Hetzer und Rechthaber zurück?

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