Stimmungsbilder

„Die … eingegangenen Stimmen bestätigten die gute Aufnahme der letzten Sendung „Schnick-Schnack am Wochenende“, doch wird der weitere Ausfall der Sendung im allgemeinen nicht bedauert.“

„Dem Höflichkeitswettbewerb (in Berlin) wird nur ein vorübergehender Erfolg zugebilligt. Nach der Preisverteilung würden die betreffenden Kellner und Schaffner wohl wieder genauso unhöflich sein wie vorher auch. Die Durchführung des Wettbewerbes zur Ermittlung des höflichsten Berliners werde verschiedentlich mit amerikanischen Methoden in Vergleich gesetzt.“

Einfach nur so... Ein Bild dazu und Musik per Klick

„Aufgrund der hohen Schätzungspreise werde von Kunstinteressierten vielfach die Meinung vertreten, dass man besser erst gar nicht zur Versteigerung hinfahre, da man nicht mehr von einer „zwangsläufigen“ und „natürlichen“ Entwicklung des Kunstmarktes sprechen könne. Solche Preise würden sich nicht „entwickeln“, sondern würden offenbar „gemacht“. Man gewinne dabei den Eindruck, dass es einem gewissen Teil des Käuferpublikums nur darauf ankomme, Kapital anzulegen und dass künstlerische Gesichtspunkte häufig erst in zweiter Linie eine Rolle spielten.“

„…dass eine Abnahme im Gebrauch von Schlafmittel nicht eingetreten sei. Es liegen sogar einzelne Meldungen vor, die von einem sich steigernden Verbrauch sprechen. … Es könne beobachtet werden, dass das Publikum auf die ausgestellten Rezepte täglich derartige Präparate hole.“

„Wie von verschiedenen Kreditinstituten berichtet wird, verstärkt sich die Nachfrage nach Heimsparbüchsen immer mehr. Leider können diese Wünsche des Publikums zur Zeit nicht erfüllt werden, da die Vorräte an Sparbüchsen bei fast allen Sparkassen fast restlos aufgebraucht sind. Die anstelle der gegenwärtig nicht herstellbaren Metalldosen angefertigten Holz- oder Porzellandosen sind ebenfalls nur unter Schwierigkeiten zu beschaffen, da die Herstellerfirmen Lieferfristen von 6-7 Monaten zur Bedingung machen.“

„Die (Bahn-)Abteile für Mutter und Kind wären nur auf ganz wenigen Strecken von außen kenntlich gemacht gewesen. Auch wären die Abteile häufig durch andere Reisende schon besetzt gewesen, die nicht immer die erforderliche Zurückhaltung bei der Freigabe der Plätze gezeigt hätten. … Von älteren Leuten sei allgemein darüber geklagt worden, dass ihnen Plätze nur von Soldaten, nicht aber von jungen Zivilisten eingeräumt wurden.“

„Die Menschenschlangen vor den Geschäften und auf den Märkten und die damit verbundenen unliebsamen Begleiterscheinungen haben in starkem Maße zugenommen. Dabei ist es in den größeren Städten oftmals zu tätlichen Auseinandersetzungen gekommen, die vielfach ein polizeiliches Eingreifen notwendig gemacht haben.

„…wird eine gewisse gedrückte und unzufriedene Haltung weiter Bevölkerungsteile gemeldet, die ihren Niederschlag nicht allein in allgemeinen Schimpfereien und an der Kritik an dem angeblich viel weniger eingeschränkten Lebenswandel einzelner führender Persönlichkeiten finde, sondern in der Tatsache, dass die politischen Witze, die schon immer in verhältnismäßig großer Anzahl verbreitet waren, langsam anfangen, auch den letzten Rest an Humor zu verlieren und daher nahezu ausschließlich durch ihre Gehässigkeit zu wirken versuchen.“

„…wurden besonders gelobt die Sendungen „Wie es Euch gefällt“ und als geschmackvoll und ausgezeichnet zusammengestellt „Für jeden etwas“. Dankbar und beifällig begrüßt wurde die Übertragung der Operette „Die oder keine“.

…Einheitlich wird berichtet, dass die Ausländer die deutsche Frau durchweg als „Freiwild“ ansehen, wenn auch bekannt ist, dass die deutschen Frauen es offenbar häufig an der nötigen Charakterfestigkeit und am Rassebewusstsein fehlen lassen. … Der Geschlechtsverkehr deutscher Frauen, der namentlich auf dem Lande mit polnischen Kriegsgefangenen und Zivilarbeitern häufig festgestellt worden ist, ist durch die zahlreichen Todesurteile offenbar stark eingedämmt worden. Die hier ergriffenen strengen Maßnamen werden von der volksbewussten deutschen Bevölkerung freudig und mit Genugtuung begrüßt. Es wurde jedoch von ihr immer wieder gefordert, dass auch die beteiligte Frau strenger bestraft werden möge. Bei Bekanntgabe von Todesurteilen sei es daher häufig zu Äußerungen gekommen wie „Da sollte man die Frau gleich dazuhängen.“

Interessant, was die deutsche Bevölkerung damals so begrüßte.
Die Meldungen stammen aus dem Jahr 1942. Zusammengetragen hat sie der SD, ein aus der NSDAP hervorgegangener Inlandsnachrichtendienst, der mangels Umfrageinstituten auch die Aufgabe hatte, das NS-Regime über die Stimmungslage in der Bevölkerung zu informieren. Nachzulesen bei: Boberach, Heinz (Hrg.): Meldungen aus dem Reich. Die geheimen Lageberichte des Sicherheitsdienstes der SS 1938-1945. 17 Bde. Herrsching 1984
Es kann sich dort jeder sein Bild machen. Kommentare erspare ich mir, da ohnehin die meisten nur das finden wollen und rauslesen, was ihre vorgefasste Meinung bestätigt. Wird bei diesen Stimmungsbildern aber schwer werden.

(zitierte Stellen Bd.10, S. 3711, 3720, 3854, 3878, 3764f, 3800, 3918, 3852, 3733, 3761)

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