Kampffutter

Ist das jetzt ein Rostschutzmittel oder was zum Essen? „Antioxidative Vitaminbombe“. Ja, wirklich: „Antioxidative Vitaminbombe“ steht da mitten in der Speisekarte, als ob ein kulinarischer C-Waffen-Krieg eröffnet werden soll. Das Umfeld ist friedlich: „Balkan-Salat“ und „Insalata mista“ geben dem Kampfgericht bieder-unauffällig Flankenschutz. Es selbst tarnt sich als Fitnesssalat und gibt sich erst in der Unterzeile martialisch.

Einfach nur so... ein Bild dazu und Musik per Klick in eigenem Fenster.

Die angepriesene schiere Funktionalität ist ja vielleicht auch ein wenig Rache für die gekünstelte Verkleidung des Essens anderswo: „Nieder mit den Rehbrüstchen in einem Hauch von Topinamburbutter mit gerösteten Kalbskutteln an einer frischen Vinaigrette vom Wiesengänseblümchen!“ (bitte NICHT probieren, das ist wahrscheinlich gefährlicher als jede antioxidative Vitaminbombe)

Aber muss dieser Kämpfer gegen die üblen freien Radikale in uns gleich so furchtbar modern deutsch daherkommen? Technokratisch noch im schlichtesten Alltag, für den natürlich Optimierung der Work-Life-Balance angesagt ist, weil ein ausgeglichenes Leben ein viel zu biederes Ziel wäre, äh sorry, Projekt natürlich. Da schadet bestimmt auch Zwangsmedikation mit antioxidativem Salat dem look-and-feel nicht. Zum Trost eine glykolisierungsproliferierende Disaccharidbombe.
(Auflösung demnächst)

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